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Die Geschichte der Walpurgisnacht
Dazu gibt es die unterschiedlichsten Überlieferungen. Wenn jemand Goethes "Faust" zitiert,
ist er der Meinung, diese Version wäre die Naheliegendste. Im Brockenmuseum ist die wohl
glaubwürdigste Version dargestellt:
In der Zeit um 1600 schickte Ludwig der Dritte seine Söhne aus,
um die Heiden zu bekehren. Gleich mit welchen Mitteln, die Heiden sollten zum
Christentum bekehrt werden. In dieser Zeit gab es sehr viele Hexenverbrennungen.
Sogenannte Kräuterweiblein und Frauen waren betroffen.
Doch die Heiden aus der Umgebung des Harzes trafen sich heimlich in den Schluchten,
dichten Wäldern oder auf einzelnen Bergen. Der Blocksberg da wohl die bekannteste
aller Kultstätten. Aus Angst vor Verfolgung verkleideten sich die Menschen, malten
sich an oder setzten sich Masken auf.
Da nun Ludwigs Söhne nicht in der Lage waren, die Heiden zu bekehren, schickte er
seine Schwester Walpurga, um das Werk zu vollenden. Mit größter Wahrscheinlichkeit
ging sie nicht so hart mit diesen Menschen um. Aus diesem Grund wurde ihr jährlich
am 30.April ein Gedenktag eingeräumt. Das Paradoxum an dieser Sache ist, dass Walpurga
die Heilige, eine Pestpatronin war.
Die Geschichte der Breitensteiner Walpurgisnacht
1991 erkannten die Mitglieder des Breitensteiner Harzclubs, dessen Vorsitzender
Wolfgang Krause war, dass ihr Heimatort bestens geeignet ist, am 30. April ein
zünftiges Hexenfest zu feiern.
Gesagt, getan !
Die Kinder des Schulhortes gestalteten mit ihrer Erzieherin lustige Plakate,
um die Bürger und Bürgerinnen aus Breitenstein an den Waldrand am Stadtweg
einzuladen. Christa Richter erklärte sich bereit, Durstlöscher und kleine
&qout;Spaßmacher" zu verkaufen, Siegbert und Ute Wiedemann versprachen, Bratwürstchen
zu grillen, da es im Freien und in der Gemeinschaft ja bekanntlich besser
schmeckt. Nun hofften nur noch alle, dass es nicht regnet und die
Harzclubmitglieder nicht so ganz unter sich bleiben würden.
Was dann geschah, hatte keiner zu hoffen gewagt - viele, viele Breitensteiner
kamen an den Waldrand und alle hatten gute Laune mitgebraucht. Manche kamen im
Hexenkostüm, es gab sogar zischende und knallende Besen. Da wäre so manche
Brockenhexe blass vor Neid geworden. Die Stimmung war also bestens! Marco
Hohmann hatte seine Gitarre mitgebracht und es wurde gesungen, geschwatzt,
gegessen, getrunken - alle waren begeistert. Ein Lagerfeuer spendete Licht und
Wärme. "Feuerwerker" Enrico sorgte für die entsprechenden Knall- und
Lichteffekte. Da niemand mit einem so großen Andrang gerechnet hatte, gingen
die Vorräte schnell zur Neige. Sabine und Wolfgang Krause holten Nachschub aus
dem Dorf.
An diesem 30. April 1991 wurde beschlossen: "Auch 1992 werden wir wieder die
Walpurgisnacht feiern". Im folgenden Jahr kamen alle wieder. Es hatte sich
herumgesprochen, wie toll die 1. Breitensteiner Walpurgisnacht war, und so
fanden sich nicht nur Einheimische am Waldesrand ein, sondern es reisten auch
viele Gäste aus anderen Orten an.
Seit 1993 wird die Walpurgisnacht am jetzigen Festplatz gefeiert.
Während die ersten Hexenfeste noch spontane Aktionen waren ohne aufwendige
Vorbereitungen, hat die Breitensteiner Walpurgisnacht sich zu einer allseits
beliebten und weit über die Landesgrenzen bekannten Tradition entwickelt.
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